Kirche Daubitz

Etwas zur Geschichte

In der 1495 erschienenen Abschrift der Meissener Bistumsmatrikel von 1346 ist unter Praepositura Budissinensis (Probstei Bautzen) ein „Altare in Taup“ verzeichnet. Das deutet auf eine urkundliche Erwähnung unseres Kirchortes Daubitz hin.

Daubitz wird dann erstmals auch im ältesten Görlitzer Stadtbuch 1366 erwähnt.

Die erste Kirche war vermutlich aus Holz, bis dann 1651 eine Fachwerkkirche erbaut und der jetzt noch vorhandene Hauptaltar aufgestellt wurde. In den Jahren 1713-14 erhielt die Kirche einen Turm mit massiven Unterbau. Eine Orgel gab es schon seit 1683, aber 1736 lässt der Kirchenpatron von Wiedebach durch den Orgelbauer Johann Jakob Keppler aus Sorau eine neue Orgel bauen. Der damalige Orgelprospekt ist bis heute erhalten, wenn auch 1916 eine 19stimmige Orgel der Fa. Schlag & Söhne aus Schweidnitz i.S. darin eingebaut wurde.

Die mit Holzschindeln gedeckte Kirche wurde schadhaft und musste 1912 baupolizeilich gesperrt werden. Erst im Frühjahr1914 konnte mit dem Bau der jetzigen Kirche begonnen werden. Den Bau führte Baumeister Baumgärtel aus Rietschen aus. Fast gleichzeitig wurde erstmals auch eine Filialkirche im benachbarten Rietschen errichtet. Die künstlerische Gestaltung und Ausmalung wurde dabei dem Breslauer Künstler Prof. Joseph Langer (1865-1918) übertragen. Während des I. Weltkrieges 1916 erfolgte dann die Einweihung, doch erst 1926 konnte der Turm mit einer Kupfereindeckung versehen werden. Die Bronzeglocken wurden 1917 und erneut 1943 für Rüstungszwecke beschlagnahmt. Jetzt haben wir drei Glocken aus Eisenhartguss von 1950. Die Orgel wurde 2007-08 grundlegend restauriert.

Um 1540 erreicht die Reformation auch Daubitz und als erster evangelischer Pfarrer wird 1546 Thomas Czernicke genannt, der gebürtig aus Baruth, dort Schulmeister war und in Wittenberg ordiniert wurde.

Von Alters her war Daubitz ein großes Kirchspiel und umfasste neben einigen durch deutsche Herrschaften und Siedler geprägten Dörfern wie Daubitz, Rietschen, Teicha, Niederprauske auch einige sorbische Orte. So gab es in der Daubitzer Kirche neben einem deutschen bis 1857  auch einen wendischen Gottesdienst.
Die wendischen Orte Altliebel, Nappatsch, Mochholz und Viereichen mit dem dazugehörigen Teil von Zweibrück  wurden nach Umpfarrungsdekret vom 30. Januar 1858 in die evangelische Parochie Reichwalde eingepfarrt.
Trotzdem liegt auf dem Daubitzer Altar bis heute weiterhin neben einer großen 1665 bei Storm in Lüneburg gedruckten Bibel das 1706 erschienene Neue Testament in Oberlausitzscher Wendischer Sprache, übersetzt von Michael Frentzel aus Postwitz, gedruckt von Michael Hartmann in Zittau.

Das Gebäude unsere St. Georgskirche zu Daubitz wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Mit der jetzt begonnenen Sanierung (Dach, Fassade, Fenster) sollen die reichhaltige Innenausstattung (Altar, Kanzel, Orgel) aus vorigen Jahrhunderten und die Malereien von Prof. Joseph Langer als ein wertvolles Kulturdenkmal dauerhaft geschützt werden.